Urlaubsspecial Teil I

2012
03.02

Es ist soweit!!! Nach einem halben Jahr verfügt der Blog nun endlich über sein erstes richtiges Urlaubsspecial! Es ist diesmal ein bisschen länger geworden und auch ein paar mehr Fotos sind dabei. Ich hoffe deshalb, ihr verzeiht mir meinen Verzug mit den Antwortmails, auf die ihr teilweise sicher schon Wochen wartet und die (hoffentlich) in den nächsten Tagen in euren Postkästen eintrudeln.

Nun aber zur Reise. Und zwar begann die am 4. Febuar, als wir in den Flieger nach Lima stiegen.

Zwar sollte das Seminar erst am 6. losgehen, der Flug am 4. war aber günstiger und ausserdem hatten wir so noch zwei Tage uns gemeinsam mit anderen Freiwilligen Lima im Sommer anzuschauen. Der ist vom Wetter her schon um so einiges wärmer und angenehmer als der diesige Winter, macht die Stadt aber trotzdem nicht umbedingt schöner. Dafür hatten wir Zeit schon die ersten Erfahrungen auszutauschen, und das bis spät in die Nacht.

Am Montag morgen ging es dann für alle nach Santa Rosa, wo im „Club la Union“ am Meer das fünftägige Seminar stattfinden sollte.

Schon einige Wochen zuvor hatten wir den Zeitplan bekommen und ich vermute mal, dass der eine oder andere mit zwiegespaltenen Gefühlen ankam. Denn ganz nach der Bielefelder Perúseminar-Manier war der Plan vollgestopft mit Vorträgen bis in die Nacht und die kühlen Morgenstunden sollten für Sport genutzt werden. Im endeffekt wurde dann aber doch viel heisser gekocht als gegessen, ganz der peruanischen Lebensweise entsprechend zogen sich die Pausen nämlich immer mehr in die länge und auch die körperliche Ertüchtigung nach dem Aufstehen war keinesfalls Pflicht sondern sollte lediglich die Möglichkeit geben, die Anlagen im Club zu nutzen. So standen viele früh auf um einen der vier heissbegehrten Tennisschläger zu ergattern, im Pool schwimmen zu gehen oder um Foton zu spielen (ein squashähnliches peruanisches Spiel, verzeiht die mit Sicherheit falsche Schreibweise).

Ich nutzte die Zeit, indem ich mit einer anderen Freiwilligen namens Julia nach über einem halben Jahr mal wieder joggen ging. Und das hat sich wirklich gelohnt am Pazifiksandsandstrand, wo es kaum ein anderes Geräusch gibt als das Rufen der Seevögel, die wir aufscheuchten, und das ewige Brausen des Meeres.

Was tatsächlich dem Plan entsprach war allerdings die Vorstellung unserer Projekte, was in der Regel bis 10 oder 11 in der Nacht dauerte. Da jeder nämlich auch Fotos oder sogar eine Powerpointpräsentation mitgebracht hatte, brauchten wir für die Vorstellung Dunkelheit. Und die war auf der Dachterasse unseres Bungalows nunmal nur in der Nacht gegeben. Aber da es wirklich spannend war, von den Erlebnissen der anderen Freiwilligen zu hören, war das Augen offen halten gar nicht so schwer, wie anfangs gedacht.

Abgesehen von diesen Vorträgen fand natürlich auch in den Pausen noch jede Menge Austausch statt, der einem manchmal auch einen kleinen Denkanstoss für eigene kleine Problemchen gab und für die grösseren standen uns ja Hermann und Rosa mit Rat und Tat zur Seite. An dieser Stelle also noch mal vielen Dank für dieses gelungene Seminar, ich denke, so ziemlich jeder ist schlauer rausgekommen, als er reingegangen ist und auch Felix und ich haben das eine oder andere Ideechen mitgebracht, wie wir uns noch mehr in unser Projekt einbringen könnten.

Nach fünf erfüllten Tagen, von denen der vorletzte noch mit einem gepflegten Gelage inklusive dem ersten wirklich leckeren Pisco Sour (von unserem Limabetreuer David gemixt) und den Werwölfen von Düsterwald (danke, Thorsten =) ausklang, hiess es dann sich verabschiedeten von den nun schon seit fast einem ganzen Jahr liebgewonnenen Gesichtern und ich machte mich auf meine erste längere Reise in diesem Land auf.

Dabei war schon der Weg von Santa Rosa zurück in die Innenstadt von Lima mit dem Bus eine kleine Weltreise von 1 ½ Stunden. Da merkt man doch, dass diese Metropole etwas andere Ausmasse hat, als unsere beschaulichen Städtchen in Deutschland. In der „Nähe“ des Zentrums suchte ich mir dann eine Busgesellschaft, die Pucallpa anfährt, das sollte nämlich mein erstes eigenständiges Ziel sein. Naja, ganz so eigenständig war es dann doch nicht, nach der 18stündigen Fahrt über die Anden erwartete mich nämlich schon Gustav, um mir seine Stadt und sein Projekt zu zeigen. Die Stadt ist wirklich schön! Ich muss sogar sagen, von allen Dschungelstädten, die ich bisher kennengelernt habe, ist Pucallpa am schönsten (nehmts nicht persönlich, Puerto Maldonado und Iquitos). Nirgendwo sonst habe ich einen Plaza de Armas mit riesigen Tierfiguren aus Ficus gesehen und auch alles andere, was ich gesehen habe liess sich zeigen.

Und die Chacra des Projektleiters überwälltigte mich geradezu. Nicht nur eine riesige und wohl über Jahre angesammelte (Nutz-)Pflanzenvielfalt, nein auch ein wirklich gelungenes Agroforstsystem und ein Wiederaufforstungsgebiet beherbergt dieses Gelände, dass dazu noch durch gute Beschilderung, Aufenthaltsräume und des öffteren auch Führungen bestens für Besucher geeignet ist.

Dagegen sieht unsere Chacra natürlich enttäuschend aus… Aber hey, was nicht ist kann ja noch werden und wenn es bei uns in den nächsten Jahren nicht brennt sieht das Feld mit Sicherheit auch bald schon ganz anders aus. Jedenfalls habe ich ein paar Samen mitgebracht und bin mal gespannt, ob die bei uns auch wachsen. An sonsten lernte ich noch ein bisschen vegan kochen und wir haben eine Bootstour gemacht und uns ein Dorf namens San Franzisco angeschaut, in dem viel Tourikram wie Ketten und Töpferwaren mit der Hand hergestellt werden. Dort entdeckte ich auch Lehmöfen wie di

esen hier, der hier einfach mal rein musste, weil ich beim Foto schiessen an die Fabris

denken musste. Der ist doch putzig oder, Thorsten?

Ein Nachtlager fand ich übrigens bei zwei sehr lieben Mädels vom DED, hierfür nochmals Danke! So richtig richtig neidisch bin ich nun im Nachhinein auf Gustav aber doch nicht, der hat in seinem Projekt nämlich noch viel viel weniger zu tun als wir und Puerto Maldonado ist auch ein tolles Städtchen mit vielen netten Leuten*tätschel*, wenn auch etwas überteuert.

So, tut mir leid, damit hier mach ich nun erst mal pause, damit ich beim Hochladen der Fotos nicht Stunden brauche, weil mir gerade die Zeit davon läuft und natürlich damit es spannend bleibt! Die Fortsetzung ist aber schon so gut wie fertig und dürfte in den nächsten zwei oder drei Tagen hier erscheinen. Also bleibt dran XD

Das Exotenspecial werde ich euch aber nicht vorenthalten. Da erfahrt ihr heute etwas über ein Früchtchen, das ich selbst früher gar nicht so spannend fand, was sich jetzt aber wohl fast als mein Lieblingsobst bezeichnen kann. Und zwar die Papaya.

Tja, so sieht der Baum aus, ein weiblicher Baum, um genau zu sein, wenn man die Pflanze denn als solchen bezeichnen kann, von der Beschaffenheit des Stamms her ist das nämlich eigentlich eher ein grosses Kraut. An den männlichen wachsen sinnigerweise keine Früchte. Deswegen lassen wir von den wild auf der Chacra gewachsenen meist nur die Mädchen stehen. Das Geschlecht erkennt man an den Blüten: viele kleine bedeutet eine männliche Pflanze, einige grosse ein Weibchen. Scheinbar wachsen die Früchte auch ohne männlichen Pollen, nur, dass die daraus entstehenden Samen dann nicht keimen (so Luis zumindest, ich bin mir irgendwie immer noch nicht so recht sicher, ob das stimmt). Am anfang haben wir die jungen Pflanzen manchmal mit einem fiesen Unkraut verwechselt. Das passiert uns jetzt nicht mehr, wenn man es weiss, richt man nämlich den Unterschied. Papayapflanzen riechen tatsächlich ein bisschen nach Papaya.

Was noch? Naja, die Früchte sind reif, wenn sie gelb werden und man kann sie einfach mit einem Stab vom weichen Stamm schubsen. Mir schmeckt das orange Fruchtfleisch am besten als drabbiger Saft, eventuell mit etwas Limone oder Banane. Lecker! Ach ja, und gesund auch, reinigt nämlich die Verdauungsorgane. Zu viel sollte man aber auch nicht geniessen, das beschleunigt diese nämlich.

Bis ganz bald!

One Response to “Urlaubsspecial Teil I”

  1. OGAH sagt:

    Danke für den neuen Bericht über Deine Aktivitäten, ich habe es wie immer genossen von Dir was zu hören und warte gespannt auf den angekündigten 2. Teil.
    ………………. – Du Darfst! ;-)

    Marc

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