Terra Preta

2011
08.24

(Dieser Eintrag ist leider noch nicht fertig, da es sich doch um ein ebenso komplexes wie interessantes Thema handelt, mit dem ich mich länger beschäftigen wollte. Trotzdem habe ich schon mal ein paar Informationen zusammengetragen, die hoffentlich zeigen, worum es geht)

Die üblichen Böden im Regenwald
In der Regel ist der Boden im Regenwald sehr nährstoffarm. Dies hängt mit seiner Entstehung zusammen und wird recht gut in dem Wikipediaartikel zum Tropischen Regenwald erklärt:

„Jahrtausende lang waren die Böden der meisten Regenwälder unentwegt der feucht-warmen Witterung ausgesetzt, so dass das Gestein im Untergrund extrem stark und mancherorts bis zu 50 Meter tief verwittert ist. Zugleich reicherten sich an der Oberfläche Eisenoxide und Aluminiumoxide an, die den Boden vieler tropischer Waldgebiete rötlich erscheinen lassen. Viele Mineralien, die auch für die Ernährung der Pflanzen wichtig wären (u. a. Phosphor, Stickstoff und Calcium), sind infolge dieser Verwitterung jedoch immer tiefer in den Boden abgesunken, so dass er an der Oberfläche relativ arm an Nährstoffen ist. Es entstehen Ferralsole und Latosole [beides bestimmte Bodentypen], nährstoffarme und kaolinithaltige Böden mit geringer Kationenaustauschkapazität.
Dieses Geschehen hatte zur Folge, dass die Nährstoffe so gut wie ausschließlich über der Erde „bevorratet“ sind: In den lebenden oder erst seit kurzem abgestorbenen Pflanzen und Tieren. Aufgrund des Klimas werden alle abgestorbenen organischen Substanzen jedoch rasch und wegen der fehlenden Jahreszeiten zudem kontinuierlich zersetzt. Danach stehen sie wieder als anorganische Nährstoffe für andere Pflanzen zur Verfügung. Wegen des dichten Wurzelwerks versickern diese Nährstoffe kaum noch in den Untergrund, zum Teil werden sie auch schon in größerer Höhe über dem Boden von epiphytischen Pflanzen [auf anderen Pflanzen wie z.B. Bäumen wachsende Pflanzen] aufgenommen.“

Im gegensatz dazu die Terra Preta
Eine Ausnahme stellt die Terra Preta (portugiesisch für „schwarze Erde“) dar, die in weiten Teilen des brasilianischen Amazonasgebietes aufzufinden ist. Dabei handelt es sich um sehr mächtige (also dicke), fruchtbare Schwarzerde, dessen Entstehung eindeutig auf die ursprünglichen Bewohner dieses Gebiets zurückzuführen ist.

Hierzu diese kleine Geschichte:
„Der erste Europäer, ein Spanier, der den Amazonas befuhr, berichtete von großen Städten am Amazonas und schätzte ihre Einwohnerzahl auf 100 Millionen Menschen. Spätere Reisen in das Amazonasgebiet konnten diese Beobachtungen nicht bestätigen und auch Wissenschaftler hielten diese Einwohnerzahl für unwahrscheinlich. Eine so große Kultur hätte mehr Spuren hinterlassen müssen. Der Hauptgrund für die Zweifel war jedoch, dass der Boden Amazoniens, im Regenwald, ein armer Boden ist, auf dem Landwirtschaft in ausreichendem Maße nicht möglich wäre. Dann fand man jedoch in der Nähe von vielen entdeckten Ruinen einen sehr fruchtbaren schwarzen Boden, auf dem noch heute von den Einheimischen angebautes Obst und Gemüse sehr hohe Erträge bringt. Die Terra Preta. Ein künstlich geschaffener Boden, der selbst nach diesen Jahrhunderten immernoch fruchtbar ist und im Gegensatz zum Regenwaldboden die Nährstoffe sehr lange halten kann. Sich gar selbst regeneriert. Untersuchungen dieses Bodens haben ergeben, dass der relativ hohe Anteil an Holzkohle in diesem Boden für diesen Effekt verantwortlich sein dürfte“

Leider ist das „Rezept“ zur Herstellung von Terra Preta verloren gegangen. Heute beschäftigen sich jedoch viele Wissenschaftler und auch Hobbygärtner damit, aufgrund der Beschaffenheit der alten Erde eine geeignete Methode zu entwickeln um neue Terra Preta, „Terra Preta Nova“ herzustellen. Dies hier ist zum Beispiel eine Theorie, wie die Schwarzerde entstandnen sein könnte:

„Da in der Schwarzerde im Amazonasgebiet auch Keramikscherben gefunden wurden, vermutet man, dass die Herstellung der Schwarzerde in Tonkrügen stattfand, die ohne Boden in die Erde eingelassen waren und mit Fäkalien, Küchenabfällen und gemahlener Kohle gefüllt wurden. Nach einer Weile wurden in diese Krüge Schirmpflanzen wie Bananenstauden gepflanzt, die die darunter angebauten Pflanzen beschatteten und mit zunehmender Größe irgendwann die Tonkrüge sprengten. In diesen Tonkrügen war durch Fermentation und Vererdung aus den Abfällen Terra Preta geworden.“

Diese beiden Zitate stammen von dem Blog „Gartenspaß“. Dort beschreibt die Autorin auch, wie sie versucht, Terra Preta herzustellen: http://gartenspass.blogspot.com/2011/08/effektive-mikroorganismen-terra-preta.html

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