Bodenerosion

2011
08.24

~ die Knackpunkte der konventionellen Landwirtschaft

Bodenerosion beschreibt den durch äußere Einflüsse wie Wind oder Wasser verursachte Verlust von Bodenmaterial, besonders in nicht ebenem Gelände.

Im Grunde handelt es sich um ein natürliches Phänomen, dem vor allem durch eine intakte Vegetationsschicht Einhalt geboten wird. So halten Bodenbildungs- und Erosionsraten sich in etwa die Waage.
Dies Ändert sich, wenn ein Gelände gerodet wird, um als Nutzfläche zu dienen.

Problematik:
Nach dem Entfernen der Vegetationsschicht kann der Boden leicht von Wind und Wasser angegriffen werden. Regentropfen treffen ungebremst auf die Erde und bilden bei stärkerem Niederschlag Bäche, der Wind ist auf offenem Feld wesentlich stärker und kann Bodenpartikel wegtragen. Dies führt zur Degradation (der Verarmung an für Pflanzen wichtigen Mineralstoffen) oder sogar der kompletten Abtragung der oberen Bodenhorizonte.*

Lösungsansätze:
=> Ständiger Bewuchs vor allem mit niedrigen und dichten Pflanzen
=> Terrassierung von Hängen
=> Klein parzelliertes Land mit Unterbrechungen durch Büsche oder Knickhecken
=> Kein oder möglichst wenig Pflugeinsatz

In Regenwaldgebieten spielt die Bodenerosion eine sehr große Rolle, da hier die Niederschlagsmenge im Jahr wesentlich höher ist als in anderen Gebieten und die fruchtbare Bodenschicht nur ein Bruchteil der Mächtigkeit besitzt, die in gemäßigten Breiten üblich ist. Zudem sind die Menschen oft gezwungen, Gelände in Hanglage zu roden, sobald die Felder im flachen Tal keine Erträge mehr abwerfen.

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*Ein anschauliches (und bei dem, was ich gelesen habe noch relativ harmloses) Beispiel: „Zahlreiche Forschungsergebnisse belegen, dass in Deutschland seit dem frühen Mittelalter auf ackerbaulich genutzten Hängen durchschnittlich 50 cm Boden abgetragen wurden. Die Natur kann aber nur etwa 0,1 mm Boden pro Jahr neu bilden, d.h. dass Boden 4-mal schneller abgetragen als neu gebildet wird.“

http://www.umwelt.sachsen.de/umwelt/boden/12208.htm

Anbei noch ein weiteres Beispiel aus Europa, das mich persönlich beeindruckt hat: Griechenland soll laut David R Montgomery bis zur Bronzezeit bewaldetes Gelände mit intakten Böden gewesen sein. In seinem Buch „Dreck“ beschreibt er recht ausführlich, wie die Ausbreitung des Phänomens Landwirtschaft und dessen exzessive Betreibung unter den Griechen zu dem heutigen felsigen Offenland mit dünner Vegetationsdecke geführt haben soll.

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