Weltuntergang? Im Gegenteil!

2012
12.21

21.12.12 – 108 Tage seit meiner Rückkehr… Es ist einiges geschehen, seit ich wieder hier bin. Anfangs war es schon merkwürdig, obwohl das Wetter mit tropischen Temperaturen bei meiner Ankunft versuchte, mir das eingewöhnen leicht zu machen. Natürlich habe ich mich gefreut, meine Familie und Freunde wieder zu sehen. Gleichzeitig merkte ich aber auch, wie viele Freunde und auch Kleinigkeiten in Südamerika ich vermisse. Das Rückkehrseminar von meiner Organisation Welthaus Bielefeld hat mir geholfen, das ganze ein bisschen zu verarbeiten, ich hatte viel Zeit, mich mit anderen Freiwilligen auszutauschen. Mittlerweile bin ich fast schon ein bisschen schockiert, wie schnell die alte Welt mich doch wieder hatte. Aber ein bisschen ist es wohl auch gut so, denn nun habe ich neue Kraft. Das Auslandsjahr war ein lange gehegter Traum, der wundervoll war aber nun abgeschlossen ist und ich kann andere, neue Dinge in Angriff nehmen. Das heisst aber nicht, dass ich das Erlebte hinter mir lasse… Die Erfahrungen waren eine grosse Bereicherung für mich und auch jetzt prägen sie mein Leben noch.
Mit neuer Energie habe ich in Trier mein Studium aufgenommen wo ich nun brav Vorlesungen wie Pflanzenanatomie oder Umwelttoxikologie beiwohne. Denn – wie wäre es auch anders zu erwarten –ich habe mich natürlich für die naturwissenschaftliche Richtung entschieden.
Ich merke aber auch, dass mein globales Bewusstsein viel intensiver geworden ist und ich mich für einige politische Themen viel mehr interessiere… (Die Organisatoren von Weltwärts haben doch tatsächlich ihr Ziel erreicht uns junge Menschen einer Gehinrwäsche zu unterziehen ;-) Ich versuche, zu meiner Entsendeorganisation weiterhin Kontakt zu halten, obwohl ich nun etwas weiter weg wohne. Auch einige andere Verknüpfungen unter den Freiwilligen selbst sind entstanden. Und ich habe mit meinem Standort auch ein bisschen Glück: Dort gibt es eine kleine aber feine Gruppe ehemaliger Freiwilliger, die gerade mit dem dortigen Eineweltladen an einem Schulunterrichtskonzept arbeiten, um ihre Erfahrungen mit Schülern zu teilen und sie vielleicht auch ein bisschen zu einem Auslandsjahr zu motivieren. Man merkt also: es gibt noch viel zu tun und zu erleben in der nächsten Zeit und natürlich will ich auch noch mal ein bisschen mehr von der Welt sehen ganz zu schweigen von den ganzen lieben Leuten in meiner kurzzeitigen Heimat, die ich ja auch noch mal irgendwann besuchen möchte. Das hab ich der Welt auch so gesagt und sie meinte geht klar, sie würde den Untergang noch um ein paar Jahrtausende verschieben. Von den Maya wäre ja eh nicht viel übrig, da würde sich also niemand beschweren.
Ein bisschen Wehmut bleibt natürlich immer… So wie vor einigen Monaten Deutschland mir noch wie eine unwirkliche Welt vorkam ist nun Perú zu einem fernen Traum geworden. Und tatsächlich finde ich mich noch manchmal im Traum in einer tropischen Kleinstadt wieder, schlürfe einen Papayasaft und denke mir: „Ach wie gut, dass es bis Deutschland noch ein bisschen hin ist…“
In diesem Sinne verabschiede ich mich nun mit diesem viel zu langen kurzen Abschlusstext bei allen und wünsche euch ein paar besinnliche und schöne Weihnachtstage und ein gutes Hinüberwandern ins neue Jahr. Und dankt doch vielleicht mal der Welt, dass sie sich entschieden hat euch noch ein bisschen Aufschub zu gewähren. So viel Zeit um noch tolle Sachen zu machen und sich Träume zu erfüllen! Seid ihr auch so motiviert wie ich?
Lieben Gruss!

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