{"id":401,"date":"2012-03-30T02:20:14","date_gmt":"2012-03-30T00:20:14","guid":{"rendered":"http:\/\/birgits-blog.net\/?p=401"},"modified":"2012-03-30T02:26:43","modified_gmt":"2012-03-30T00:26:43","slug":"ein-logbucheintrag-zum-essen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/birgits-blog.net\/?p=401","title":{"rendered":"Ein Logbucheintrag zum Essen, Teil I"},"content":{"rendered":"<p> Lang schon habe ich es versprochen, nun halte ich es auch ein. Ein Eintrag \u00fcber das Essen. Vielen Dank noch mal an Ruth, die mir Beine machte, indem sie schrieb, ich habe jetzt schon durch meine Berichte ein wenig Einfluss auf das Essverhalten ihrer Familie. Ich dachte mir: Wenn schon, dann richtig. So ist dann dieses etwas l\u00e4ngere Text entstanden. Ich hoffe ihr seht es mir nach, dass ich ihn ein bisschen zerst\u00fcckelt rein stelle, acht Seiten Text gehen ja noch, aber die Bilder sind doch ein paar mehr geworden. Leider konnte ich trotzdem nicht von allem Fotos auftreiben, aber Google oder Ecosia helfen neugierigen Lesern sicher weiter und wenn ich noch tolle Bilder finden sollte, reiche ich die nach.<\/p>\n<p>Nun also zum Essen. Ich sage aber gleich: Die Peruanische K\u00fcche ist viel zu gross und zu vielf\u00e4ltig, als dass ich sie in meiner kleinen Abhandlung im ganzen erfassen k\u00f6nnte. Ich schildere also in erster Linie meine eher subjektiven (und vor allem vegetarischen&#8230; tut mir leid, Freunde) Eindr\u00fccke und das, was hier in unserer Region so auf den Teller (und ins Glas) kommt.<\/p>\n<p>Nun gut, auf den ersten Biss wirkt das Essen gar nicht so vielf\u00e4lltig. Viele Kohlenhydrate \u2013 Reis, Kartoffeln, Nudeln,Reis, Reis, Mais, Getreide, Reis undnat\u00fcrlich hier bei uns Kochbananen  \u2013 bilden die Grundlage. Nein, das ist kein Tippfehler. Der von den Chinesen eingef\u00fchrte Reis ist wohl bei so ziemlich jedem Essen pr\u00e4sent, und das bergeweise und trocken. O-ton von Miguel, einem Freund des Ecocentros: \u201eOhne Reis ist f\u00fcr die Peruaner eine Mahlzeit keine Mahlzeit.\u201cGleich danach kommen wohl die Bohnen und mit einem St\u00fcck Fleisch oder Fisch ist das Hauptgericht eines g\u00fcnstigen Men\u00fcs schon komplett. Gem\u00fcse ist meist nicht dabei, daf\u00fcr aber vielleicht in der Vorspeisensuppe, meistens was mit H\u00fchnchen. H\u00fchnchen ist hier \u00fcberhaupt sehr beliebt. Salat gibt es eventuell mal als Tellerdekoration, an sonsten beim Vegetarier. Obwohl, eine Art von Salat ist doch nicht wegzudenken&#8230; Aber dazu sp\u00e4ter mehr.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Ein paar selbstgekochte, typisch peruanische Gerichte<\/span><\/p>\n<p>In den ersten Tagen kann man als Freiwilliger gar nicht so recht nachvollziehen, warum (vor allem von Peruanern) behauptet wird, die Peruanische sei eine der besten K\u00fcchen der Welt. Aber mit der Zeit lernt man sie doch besser kennen und lieben und ich denke, es gibt nachher keinen, der nicht ein Peruanisches Lieblingsgericht hat.<\/p>\n<p>Da Felix und ich beide recht gern kochen und uns auch noch gl\u00fccklich sch\u00e4tzen in einem der wenigen Projekte mit eigener Essensversorgung zu stecken, machten wir nat\u00fcrlich schon bald die ersten tapsigen Schritte in Richtung landestypische Kost. Zun\u00e4chst bekamen wir dabei Tipps von den Leuten aus unserem Projekt und von einem Kochbuch, das hier rumlag,  als wir dann noch peruanische Freunde fanden, die uns was beibringen wollten, konnte es aber richtig los gehen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/birgits-blog.net\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Zutaten.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-409\" title=\"Zutaten\" src=\"http:\/\/birgits-blog.net\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Zutaten-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/birgits-blog.net\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Zutaten-225x300.jpg 225w, http:\/\/birgits-blog.net\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Zutaten-768x1024.jpg 768w, http:\/\/birgits-blog.net\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Zutaten.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Unser erstes Gericht hiess Causa Rellena und ist bis heute einer meiner Favoriten. Das ist im Grunde eine Rolle aus Kartoffelbrei, die je nach Geschmack mit einer Fleisch- Fisch- oder Sonstwasmasse gef\u00fcllt ist. In unserem Fall bestand die aus Avocado, Tomate, Ei, Zwiebel und Mayonaise. Das war sehr lecker, vielen Dank Naif! Laut Kochbuch kommt das Gericht aus Lima.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/birgits-blog.net\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Causa-rellena.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-403\" title=\"Causa rellena\" src=\"http:\/\/birgits-blog.net\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Causa-rellena-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/birgits-blog.net\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Causa-rellena-225x300.jpg 225w, http:\/\/birgits-blog.net\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Causa-rellena-768x1024.jpg 768w, http:\/\/birgits-blog.net\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Causa-rellena.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Was nat\u00fcrlich unter den typischen Gerichten nie fehlen darf, ist Papa a la Huanca\u00edna, dem Namen nach aus Huancayo. Diese Vorspeise von den Zutaten her recht simpel&#8230; gekochte Kartoffeln und Eier, eine Olive und Salatbl\u00e4tter zum garnieren. Das raffinierte ist die Sauce, und die hat es in sich: Milch, K\u00e4se, Salzkekse, Erdn\u00fcsse und gelbes Aj\u00ed, das gegen die Sch\u00e4rfe angebraten wird .<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/birgits-blog.net\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Aji-in-der-Pfanne.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-402\" title=\"Aj\u00ed in der Pfanne\" src=\"http:\/\/birgits-blog.net\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Aji-in-der-Pfanne-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" \/><\/a><\/p>\n<p> Das kommt dann alles in den Mixxer, bis es eine s\u00e4mig-drabbige Sauce ergibt. Leider wird man abgesehen von Milch und Erdn\u00fcssen die richtigen Zutaten wohl nur schwer in Deutschland finden&#8230; Naja, ich versuche es sicher trotzdem.<\/p>\n<p>Da das aber nur eine Vorspeise ist, gab es dann danach Tallarin Verde. Also Nudeln mit einer Art Spinatpesto, nat\u00fcrlich selbst gemacht. Daf\u00fcr kommt frischer Spinat mit Basilikum, etwas \u00d6l, K\u00e4se, Salz und Pfeffer mal wieder in den Mixxer. (Ein tolles Ger\u00e4t \u00fcbrigens&#8230; Nicht wegzudenken aus den hiesigen Haushalten und mittlerweile auch aus meinem nicht mehr.) Das wird dann noch mit gebratenen Zwiebeln und Knoblauch gemischt und mit den gekochten Nudeln noch mal kurz erw\u00e4rmt. Sehrlecker. Danke, Ninja.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/birgits-blog.net\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Papa-a-la-Huancaina-mit-Tallarin-Verde.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-406\" title=\"Papa a la Huancaina mit Tallarin Verde\" src=\"http:\/\/birgits-blog.net\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Papa-a-la-Huancaina-mit-Tallarin-Verde-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"http:\/\/birgits-blog.net\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Papa-a-la-Huancaina-mit-Tallarin-Verde-300x225.jpg 300w, http:\/\/birgits-blog.net\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Papa-a-la-Huancaina-mit-Tallarin-Verde-1024x768.jpg 1024w, http:\/\/birgits-blog.net\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Papa-a-la-Huancaina-mit-Tallarin-Verde.jpg 1600w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Goldene Regeln lernten wir auch von Nilo. Unter anderem: Zwiebeln und auch K\u00e4se werden gewaschen, wenn sie nicht gekocht oder gebraten werden. Den Zwiebeln nimmt das die Sch\u00e4rfe, beim K\u00e4se, der dem bei uns auffindbaren Feta in Salzlake \u00e4hnlich ist, wird \u00fcrberfl\u00fcssiges Salz abgewaschen. Sehr wichtig f\u00fcr den vollendeten Geschmack des Avocadosalates, in den an sonsten noch Tomaten, gekochtes Ei und nat\u00fcrlich zerdr\u00fcckte Avocado kamen.<\/p>\n<p>Ohne diese Tipps h\u00e4tten wir wohl auch eines der simpelsten und doch essentiellsten Rezepte der peruanischen K\u00fcche nicht zur Perfektion gebracht (Fanfaren bitte): der Zwiebelsalat, bzw. Aj\u00ed.  Man kann sich an den Mengenverh\u00e4ltnissen eines Tomatensalates orientieren \u2013 Viele Tomaten, eine Zwiebel. Jetzt wird das umgedreht, auf so ungef\u00e4hr drei sch\u00f6n fein geschnittene, je nach sch\u00e4rfegrad ein bis zwei mal gewaschene und eventuell mit einer Prise Zucker vermengte Zwiebeln kommt eine sch\u00f6n klein geschnittene Tomate. Das ganze wird dann mit sch\u00f6n viel Limonensaft und Salz abgeschmeckt und tada: Eine super Beilage oder Sosse, die selbst Reis gar nicht mehr so trocken erscheinen l\u00e4sst. Auf der Strasse, wir die Tomate dann meist durch klein geschnittenen, scharfen Aj\u00ed ersetzt und nennt sich einfach nur Aj\u00ed.<\/p>\n<p>Das Schmeckt dann auch genial zu fritiertem Yuca, einem Gericht aus Piura, oder Tacacho &#8211; gegrillten und zerstampften gr\u00fcnen Kochbananen, die mit Schmalz und Schweinefleisch zu Kugeln geformt werden. Ein typisches Gericht aus der Selva. Daheim haben wir es nat\u00fcrlich mit dem hiesigen Butterersatz gemacht.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/birgits-blog.net\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Yuca-frita-mit-Zwiebelsalat-und-Huancainasauce.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-408\" title=\"Yuca frita mit Zwiebelsalat und Huancainasauce\" src=\"http:\/\/birgits-blog.net\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Yuca-frita-mit-Zwiebelsalat-und-Huancainasauce-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/birgits-blog.net\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Yuca-frita-mit-Zwiebelsalat-und-Huancainasauce-225x300.jpg 225w, http:\/\/birgits-blog.net\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Yuca-frita-mit-Zwiebelsalat-und-Huancainasauce-768x1024.jpg 768w, http:\/\/birgits-blog.net\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Yuca-frita-mit-Zwiebelsalat-und-Huancainasauce.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/birgits-blog.net\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Tacacho.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-407\" title=\"Tacacho\" src=\"http:\/\/birgits-blog.net\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Tacacho-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/birgits-blog.net\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Tacacho-225x300.jpg 225w, http:\/\/birgits-blog.net\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Tacacho-768x1024.jpg 768w, http:\/\/birgits-blog.net\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Tacacho.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Ach ja, f\u00fcr eine Art Grillparty haben wir noch den hiesigen Kartoffelsalatersatz gemacht, den Ensalada Russa. Der ist durch die viele Rote Beete rosarot, enth\u00e4lt aber auch noch Mais, Bohnen, Tomaten und vor allem Mayonaise.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/birgits-blog.net\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Ensalada-Russa.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-404\" title=\"Ensalada Russa\" src=\"http:\/\/birgits-blog.net\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Ensalada-Russa-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"http:\/\/birgits-blog.net\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Ensalada-Russa-300x225.jpg 300w, http:\/\/birgits-blog.net\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Ensalada-Russa-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Nachtisch darf nat\u00fcrlich auch nicht fehlen. Da haben wir bisher allerdings erst den absoluten Klassiker gemacht: Mazamorra Morada mit Milchreis. Morada heisst violett\/lila, und das ist tats\u00e4chlich auch die Farbe dieser puddingartigen Masse, dessen wichtigste Zutat und Farbgeber der Maiz morado ist. Der wird ausgekocht, bis seine kr\u00e4ftigen Pigmente und nat\u00fcrlich auch Geschmacksstoffe ins Wasser \u00fcber gegangen sind. Da kommt dann noch S\u00fcsskartoffelmehl zum andicken, einige Fr\u00fcchte (haupts\u00e4chlich getrocknet) und Zimt und Nelken hinein. Und das dann \u00fcber den Milchreis, der sich von selbst versteht.<\/p>\n<p>Naja gut, und ein Selvatypisches Gericht, das wir eigentlich auch gerne mal als Hauptgericht, morgens, mittags, abends oder einfach mal so zwischendurch naschen: Gebratene Kochbananen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/birgits-blog.net\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/gebratene-Kochbananen.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-405\" title=\"gebratene Kochbananen\" src=\"http:\/\/birgits-blog.net\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/gebratene-Kochbananen-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"http:\/\/birgits-blog.net\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/gebratene-Kochbananen-300x225.jpg 300w, http:\/\/birgits-blog.net\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/gebratene-Kochbananen-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die dann mit viel \u00d6l, Limonensaft und Honig oder karamellisiertem Zucker \u2013 zum reinsetzen.<\/p>\n<p>Ach ja und dann gibt es ja noch Buddin, ein Kuchen, der aus trockenem Weissbrot, Milch, Zucker, Eiern und Vanille besteht. Je nach dem, wo man ihn isst kann er sehr lecker sein, manchmal ist er aber auch einfach viel zu m\u00e4chtig und zu s\u00fcss.<\/p>\n<p>So, hier mach ich erst mal Pause&#8230; Der n\u00e4chste Teil kommt wahrscheinlich nach dem Wochenende. Es sei denn, ich langweile euch, dann sagt bescheid.<\/p>\n<p>Liebe Gr\u00fcsse und bis dann!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lang schon habe ich es versprochen, nun halte ich es auch ein. Ein Eintrag \u00fcber das Essen. Vielen Dank noch mal an Ruth, die mir Beine machte, indem sie schrieb, ich habe jetzt schon durch meine Berichte ein wenig Einfluss auf das Essverhalten ihrer Familie. Ich dachte mir: Wenn schon, dann richtig. 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