{"id":241,"date":"2011-09-24T19:59:44","date_gmt":"2011-09-24T17:59:44","guid":{"rendered":"http:\/\/birgits-blog.net\/?p=241"},"modified":"2011-11-12T01:17:11","modified_gmt":"2011-11-11T23:17:11","slug":"das-campamento","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/birgits-blog.net\/?p=241","title":{"rendered":"Das Campamento"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/birgits-blog.net\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/die-H\u00fctte-von-Senor-Eliverto.jpg\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/birgits-blog.net\/wp-content\/uploads\/designed\/b3.jpg\" alt=\"\" title=\"die H\u00fctte von Senor Eliverto\" width=\"470\" height=\"342\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-242\" \/><\/a><br \/>\nSo, da bin ich wieder.<br \/>\nNach 5 Tagen in der Pampa bin ich wieder in\u2026 nun ja, da, wo es Strom und Kloh\u00e4uschen gibt. Obwohl wir nur etwa 5km au\u00dferhalb der Stadt auf einem Geh\u00f6ft waren, kommt es einem doch ein bisschen wie eine andere Welt vor. Felix und ich sind n\u00e4mlich mit der Schule Potsiwa zelten gegangen. Die Schule \u2013 das hei\u00dft ein kleines Familien-\u201eunternehmen\u201c bestehend aus Mutter Gladys, Vater Marco und den Kindern Gabriela, Geraldine und Adriano, dann noch Johanna und nat\u00fcrlich rund 30 Kinder unterschiedlichen alters.<br \/>\nZu der Familie haben wir derzeitig abgesehen von Clara und Rafo den meisten Kontakt, so waren wir auch letzten Samstag anl\u00e4sslich des Geburtstags von Gladys zum ersten Mal aus. Zu erst waren wir essen (f\u00fcr die anderen gabs H\u00fchnchen, f\u00fcr mich einen wundervollen Salat und dazu verschiedene, herrliche mayonaisenartige Saucen) danach wurden wir in eine Charaokebar geschleppt. Das war wirklich witzig! Leider gab es in dem ganzen vollen Ordner nur genau zwei Seiten englische Lieder und von den spanischen eins, das ich kannte. Merkw\u00fcrdigerweise hatten sie nicht ein einziges Lied von Juanes\u2026 So habe ich dann Antonio Banderas\u2019 \u201eEl Mariachi\u201c aus Desperados zum Besten gegeben und den Felix noch bei \u201eWe are the Champions\u201c und \u201eLet it Be\u201c unterst\u00fctzt, weil singen ihm nicht ganz geheuer ist. Danach, so gegen 1, wollten Gabriela, Geraldine und Paula (eine weitere Tochter) uns noch in eine Discotek schleppen, was wir aber erst mal dankend ablehnten. Leider ist Metal hier nicht so recht verbreitet und Popmusik war uns dann doch noch zu unheimlich.<br \/>\nNun ja, zur\u00fcck zum Zeltlager. Die menge der Zelte war ein bisschen begrenzt. So teilte sich Felix mit einem Jungen eins, das hier meist als Ein-Mann-Zelt ausgelegt ist, ich verbrachte die vier N\u00e4chte in einem typischen Iglu mit drei weiteren M\u00e4dchen. Da ich mir jedoch jedes Mal den Platz an der T\u00fcr und damit an der Frischluft sichern konnte, schlief ich aber wider erwarten sehr gut. Nur in der letzten Nacht wachte ich ein paar mal \u00f6fter auf, erst fing es an zu regnen und zu gewittern, weswegen ich das Zelt schlie\u00dfen musste, dann gabs nat\u00fcrlich Mecker weil es zu stickig wurde und den Rest der Nacht war mir st\u00e4ndig ein Bein oder ein Ellenbogen im weg.<br \/>\nDen gr\u00f6\u00dften Teil der Zeit haben wir wohl mit Schwimmen in einem sich quer durchs Gel\u00e4nde schl\u00e4ngelnden Fl\u00fcsschen verbracht. Das war auch ganz gut so, da das so ziemlich das einzige ist, was gegen die winzigen im Gras lebenden Isangos hilft. Aber dazu sp\u00e4ter mal mehr\u2026<br \/>\nAbgesehen davon gab es aber auch einige Wanderungen, meist zu etwas entfernteren Wasserstellen. Dabei war es wirklich witzig, den Kindern beim M\u00fcll horten zuzusehen. Gabriela hatte sich n\u00e4mlich was Nettes ausgedacht: F\u00fcr 4 Bonbonpapiere, die als \u201eBenzin\u201c ausgeteilt wurden, gab es ein neues Bonbon. Das Selbe galt auch f\u00fcr die Kecksp\u00e4ckchen, von denen zwei als Vormittagssnack dienten. Und ein Keckspapier wiederum war so viel wert wie zwei Bonbonpapiere. So verbrachten die Kinder viel Zeit damit rumzurechnen, zu verhandeln und den M\u00fcll eben nicht in die Umwelt zu werfen.<br \/>\nEin besonderes Highlight war f\u00fcr mich das K\u00fchemelken, da ich das selbst noch nie gemacht hatte, obwohl ich vom Niederrhein stamme. Weil es sich nicht um Hochleistungstiere handelt, betr\u00e4gt die Milchmenge pro Tag bei vielleicht sechs Milchk\u00fchen 35l, und die hatten teilweise noch K\u00e4lbchen. Wenn ich die Literzahl bei deutschen K\u00fchen richtig im Kopf habe, liegt die ungef\u00e4hr bei 20l pro Tag und Kuh! Die hier konnten den ganzen Tag auf dem riesigen Gel\u00e4nde rumlaufen, allerdings sahen sie auch nicht ganz  so gut gen\u00e4hrt aus. Wie dem auch sei, anschlie\u00dfend zeigte uns Herr Eliverto dann auch noch, wie man aus der Milch K\u00e4se macht.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/birgits-blog.net\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/fertig-mit-Melken-Die-Sonne-geht-gerade-auf.jpg\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/birgits-blog.net\/wp-content\/uploads\/designed\/b1.jpg\" alt=\"\" title=\"fertig mit Melken! Die Sonne geht gerade auf\" width=\"480\" height=\"357\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-243\" \/><\/a><br \/>\nAu\u00dferdem konnten die Kinder auf einem kleinen, alten Ponny reiten und Baseball wurde auch gespielt. Zwei mal gab es abends ein Lagerfeuer, wo sich alle Blagen mit Marshmallows vollstopften.<br \/>\nWir haben viel beim Essen machen geholfen, welches f\u00fcr Zeltlagerk\u00fcche tats\u00e4chlich vorz\u00fcglich war. Das k\u00f6nnte aber auch daran liegen, dass die meisten Sachen ziemlich neu f\u00fcr uns waren, wie zum Beispiel trinkbarer Haferbrei mit komischen Fr\u00fcchten drin zum Fr\u00fchst\u00fcck.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/birgits-blog.net\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/Z\u00e4hne-putzen.jpg\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/birgits-blog.net\/wp-content\/uploads\/designed\/g1.jpg\" alt=\"\" title=\"Z\u00e4hne putzen\" width=\"480\" height=\"357\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-245\" \/><\/a><br \/>\nAuch das Absp\u00fclen am Fluss hat relativ viel Zeit in Anspruch genommen \u2013 zumal die Blagen sich gerne mal dr\u00fcckten.<br \/>\nIm Gegenzug haben wir uns aber auch gerne mal gedr\u00fcckt\u2026 zugegebenerma\u00dfen ich noch mehr als Felix. Den ganzen Tag mit Kindern rumtollen ist schon extrem anstr\u00e4ngend, da ist man froh, wenn man sich mal ein paar Minuten irgendwo verkr\u00fcmeln kann.<br \/>\nDas war auch der Plan, als es ans Angeln ging: Wir schnappten uns zwei von den krummen St\u00f6cken mit Schnur und Hacken dran, spie\u00dften etwas z\u00f6gerlich ein armes W\u00fcrmchen drauf (schon wieder etwas, was wir zum ersten mal machten) und verzogen uns weiter nach Fluss abw\u00e4rts. Wir gaben uns keine M\u00fche leise zu sein, da wir eh nichts fangen wollten und auch nicht dachten, dass es in dem kleinen Bach viel zu holen gibt. Nat\u00fcrlich v\u00f6llig klar, dass Felix etwa ein Virtelst\u00fcndchen sp\u00e4ter das erste und einzige 10-cm-Fischchen raus zog und etwas panisch gegen einen Baumstumpf schlug.<br \/>\nF\u00fcr uns ist die Schule schon echt praktisch, da man ein bisschen was \u00fcber die peruanische Kultur und Mentalit\u00e4t lernt. Es gibt zwar ganz \u00e4hnlich wie in Deutschland hier schnell mal Zankereien, oft gehen die Kinder aber auch echt herzlich miteinander um. So bekommt man auch mal vom gr\u00f6\u00dften Rabauken ein K\u00fcsschen. Und das, obwohl manche Sch\u00fcler aus etwas schwierigeren Familienverh\u00e4ltnissen stammen. Leider ist Potsiwa eine Privatschule und ich bin mir nicht sicher, wie repr\u00e4sentativ das ganze im Bezug auf hiesige Kinder und Unterricht ist. Trotzdem ist es aber echt interessant und manchmal auch doch ganz sch\u00f6n, dabei zu sein. Obwohl das Campamento echt anstrengend war und ich froh bin nun wieder im Ecocentro zu sein, waren wohl auch ein paar nette Erfahrungen dabei und ein paar Kindern sind mir auch ein bisschen ans Herz gewachsen.<br \/>\nFazit: Ich bin mir zwar noch sicherer als vorher, dass Kinder rein gar nichts f\u00fcr mich sind, aber wenn ich welche h\u00e4tte, w\u00e4ren die bei einer Schule wie Potsiwa schon echt gut aufgehoben.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/birgits-blog.net\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/Joakin-und-Isaak-zwei-kleine-s\u00fc\u00dfe-Rotzbengel.jpg\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/birgits-blog.net\/wp-content\/uploads\/designed\/v8.jpg\" alt=\"\" title=\"Joakin und Isaak, zwei kleine s\u00fc\u00dfe Rotzbengel\" width=\"480\" height=\"344\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-244\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>So, da bin ich wieder. Nach 5 Tagen in der Pampa bin ich wieder in\u2026 nun ja, da, wo es Strom und Kloh\u00e4uschen gibt. 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