{"id":220,"date":"2011-09-10T18:02:47","date_gmt":"2011-09-10T16:02:47","guid":{"rendered":"http:\/\/birgits-blog.net\/?p=220"},"modified":"2011-09-10T18:02:47","modified_gmt":"2011-09-10T16:02:47","slug":"endlich-daheim-puerto-maldonado","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/birgits-blog.net\/?p=220","title":{"rendered":"Endlich daheim &#8211; Puerto Maldonado"},"content":{"rendered":"<p>Seit meiner Ankunft hier sind ja nun schon einige Tage vergangen und ich habe sch\u00e4ndlicherweise immer noch nichts geschrieben. Teils lag es daran, dass ich erst mal ankommen und mich eingew\u00f6hnen wollte, teils daran, dass ich einfach keine Zeit hatte. Wie dem auch sei, der erste Eintrag \u00fcber PM wird nun schleunigst nachgeholt.<br \/>\nDa ich jetzt die Reihenfolge der Erlebnisse nicht mehr recht hinkriege und das auf dauer sowieso recht langweilig zu lesen ist, versuche ich einfach mal, das ganze hier ein wenig zu beschreiben und ein paar Episoden zu erz\u00e4hlen.<br \/>\nErst einmal ist es hier warm. So warm, dass es sogar f\u00fcr mich in der Mittagshitze anstrengend wird. Allerdings ist das Klima nicht so, wie man es vom Regenwald erwarten w\u00fcrde, es ist n\u00e4mlich Trockenzeit. Und zwar wegen dem auch hier sp\u00fcrbaren Klimawandel eine sehr extreme. Der Boden ist stark ausged\u00f6rrt und viele Pflanzen lassen die Bl\u00e4tter h\u00e4ngen. Schon mehrmals konnten wir Br\u00e4nde beobachten. Oft werden sie von den Besitzern der Fl\u00e4chen selbst gelegt, doch eine Chacra (Parzelle) des \u00d6kozentrums ist vor einiger Zeit ungewollt abgebrannt.<br \/>\nDer einzige Vorteil der Trockenzeit ist derzeitig, dass wir kaum von M\u00fccken geplagt werden. Das ist auch gut so, ich habe n\u00e4mlich wider den Rat meines Papas kein M\u00fcckennetz mitgenommen, da unsere Vorg\u00e4nger  meinten, hier g\u00e4be es noch welche von ihnen. Zwar sind die Zimmer sehr gut mit Fliegengittern abgedichtet, da man aber damit ein Zimmer seinen Zweck erf\u00fcllen kann hin und wieder auch mal die T\u00fcr \u00f6ffnen muss, reicht das auf Dauer wohl nicht. Tja, und von den alten Moskitonetzen habe ich bisher noch nichts gesehen. So ist das, wenn man nicht auf seinen Papa h\u00f6rt. Wenn ich nicht doch noch eins im Haus finde, werde ich mir wohl eins kaufen m\u00fcssen.<br \/>\nNat\u00fcrlich l\u00e4uft hier auch noch alles m\u00f6gliche andere Getier rum, nicht zuletzt ein Haufen Insekten (Minus 1, denn ein kleines, schaben\u00e4hnliches aber bunteres habe ich schon im Schuh zerdr\u00fcckt, weil ich einen lang bekannten Ratschlag meines Mittelalterpapas vergessen hatte und mir nichts in die Schluffen gesteckt habe. Selber schuld. Besonders hervorgetan hat sich ein bisher unsichtbares Insekt, das mich stark an eine Kreuzung aus schlecht gestimmter Schalmei mit Plastikreed und Kreiss\u00e4ge erinnert, nat\u00fcrlich auch in der Lautst\u00e4rke, versteht sich. Aber auch die handtellergro\u00dfen Schmetterlinge und Motten sind recht beeindruckend.<br \/>\nNat\u00fcrlich sind auch jede Menge andere Vertreter der Tierwelt zugegen: Alle m\u00f6glichen bunten V\u00f6gel, darunter auch Kolibris, etwas Eichh\u00f6rnchenartiges (was auch dringend tatverd\u00e4chtig ist, Bananen vom Tisch geklaut zu haben), einige weitere pekari\u00e4hnliche S\u00e4ugetiere, die ich noch nicht n\u00e4her definieren konnte, Flederm\u00e4use, die \u00fcber uns wohnen, ganz selten mal Affen und auch Eidechsen jeder Gr\u00f6\u00dfe. Besonders ins Herz geschlossen habe ich die kleinen, hellen und stets feucht gl\u00e4nzenden Fr\u00f6schchen, die \u00fcberall haften und senkrecht an jeder Wand hochlaufen k\u00f6nnen. Man k\u00f6nnte ihnen stundenlang zuschauen, wenn sie sich nicht immer so flink vom Acker machen w\u00fcrden.<br \/>\nIm \u00d6kozentrum selbst kommen dann noch mal einige Haustiere dazu: Hunde (mit Welpen), Katzen (mit Jungen), H\u00fchner (mit K\u00fccken) und Enten.<br \/>\nGifttiere gibt es nat\u00fcrlich auch ein paar, aber viele habe ich (wissentlich) noch nicht gesehen und so dramatisch scheinen sie wohl auch nicht zu sein. Am beeindruckendsten waren nat\u00fcrlich die Taranteln, die aber nichts tun, wenn man sie in Ruhe l\u00e4sst und sich wohl sowieso die meiste Zeit irgendwo verstecken. Als der Hermann 2 \u00bd Tage hier war und eines abends eine siebenbeinige Tarantel im Zimmer vorfand, dachte ich mir allerdings schon, dass ein Netz \u00fcber dem Bett recht hilfreich sein k\u00f6nnte, mit so was will ich schlie\u00dflich nicht die Matratze teilen. In dem Zimmer fehlt aber auch in einer Ecke ein St\u00fcck Brett\u2026<br \/>\nViel unspektakul\u00e4rer wirkte dagegen die Giftspinne, die Rafo mir zeigte: Vielleicht walnussgro\u00df und hell und dunkel gestreift. Ein paar Schlangen soll es auch geben, davon hab ich aber noch keine gesehen.<br \/>\nWas gibt es sonst noch so zu erz\u00e4hlen? Da wir etwas au\u00dferhalb von PM wohnen, m\u00fcssen wir etwa drei km bis zur n\u00e4chsten asphaltierten Stra\u00dfe zur\u00fccklegen, was ganz gut mit einem Motorrad geht. Gl\u00fccklicherweise hat Felix noch kurz vor der Abreise seinen Schein gemacht und kann mich nun \u00fcberall bequem hin mitnehmen. Naja, bequem ist anders\u2026<br \/>\nIn der Stadt waren wir schon mehrmals. Da gibt es einen h\u00fcbschen \u00fcberdachten Markt, wo man fast alles bekommt, und einen gepflegten Plaza de Amas. An sonsten viele Kioske, Tankstellen f\u00fcr die vielen Mototaxis und \u2013r\u00e4der, Bars und auch mehrere Schulen, von denen wir in einer demn\u00e4chst ein paar Tage die Woche unterrichten werden. Aber dazu sp\u00e4ter mal mehr. Wir haben schon recht viel Zeit dort verbracht und mehr gesehen, als man mal eben beschreiben kann\u2026 meistens auf der Suche nach der Carretera Rompeolas, die zu unserem Heim auf Zeit f\u00fchrt. Unser Rekord liegt bei zwei Stunden^^<br \/>\nUnsere ersten Tage hier liefen so ab, dass wir uns erst mal gut einleben konnten. Ich war extrem neidisch auf Felix, als wir feststellten, dass er zuf\u00e4llig das einzige H\u00e4ngebett bekommen hat. Dies \u00e4nderte sich aber, als sein Magen eine Nacht etwas bockig war und er meinte, man f\u00fchle sich wie ein Betrunkener.<br \/>\nMit Luis (\u00fcbrigens unser erster Ansprechpartner hier im Projekt) und Hermann haben wir ein paar Chacras von befreundeten Bauern besucht, die eine nachhaltige Form der Landwirtschaft anstreben und vom Ecocentro gelernt haben. Dabei sind wir auch zum ersten mal durch Prim\u00e4rregenwald gefahren. Es war wirklich wundersch\u00f6n, und doch macht es mich traurig, denn es war gef\u00fchlt nur ein winziges, von Feldern unterbrochenes Fleckchen und wir sind weit dorthin gefahren. Obwohl die Provinz \u201eMadre de Dios\u201c zu den am d\u00fcnnsten besiedelten z\u00e4hlt, ist der Wald zumindest im weiteren Umkreis von PM und auf dem Weg dorthin (also alles, was ich bisher gesehen habe) nachhaltig zerst\u00f6rt. Dabei ist die Landwirtschaft ebenso ein Faktor wie die informelle Goldsch\u00fcrferei, wodurch Boden und Fl\u00fcsse mit Quecksilber vergiftet werden. (Dabei lohnt sich das Sch\u00fcrfen eigentlich nur, weil der Preis wegen \u201eGoldbarrensammlern\u201c so in die H\u00f6he geschossen ist. Das bereits im Umlauf befindliche Gold alleine w\u00fcrde den Bedarf in der Elektrochemie, Technik und auch an Schmuck eigentlich decken. Darum eine dringende Bitte an alle: Legt kein Geld in Gold an!)<\/p>\n<p>So, jetzt habe ich schon wieder bald den Rahmen gesprengt. Von unserer ersten Arbeit und Luis, Clara und Rafo erz\u00e4hle ich dann beim n\u00e4chsten Mal. Dann kommen vielleicht auch noch ein paar mehr Beschreibungen, wenn ihr denn noch mehr wissen wollt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit meiner Ankunft hier sind ja nun schon einige Tage vergangen und ich habe sch\u00e4ndlicherweise immer noch nichts geschrieben. Teils lag es daran, dass ich erst mal ankommen und mich eingew\u00f6hnen wollte, teils daran, dass ich einfach keine Zeit hatte. Wie dem auch sei, der erste Eintrag \u00fcber PM wird nun schleunigst nachgeholt. Da ich [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[6],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/birgits-blog.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/220"}],"collection":[{"href":"http:\/\/birgits-blog.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/birgits-blog.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/birgits-blog.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/birgits-blog.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=220"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/birgits-blog.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/220\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":221,"href":"http:\/\/birgits-blog.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/220\/revisions\/221"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/birgits-blog.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=220"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/birgits-blog.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=220"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/birgits-blog.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=220"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}