{"id":248,"date":"2011-09-28T18:41:23","date_gmt":"2011-09-28T16:41:23","guid":{"rendered":"http:\/\/birgits-blog.net\/?page_id=248"},"modified":"2012-12-21T16:17:32","modified_gmt":"2012-12-21T14:17:32","slug":"geschichten-die-das-leben-schreibt","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/birgits-blog.net\/?page_id=248","title":{"rendered":"Geschichten, &#8230;"},"content":{"rendered":"<p><strong>Geschichten, die das Leben schreibt<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00dcber Schwiegerm\u00fctter, Kombibusse und Butter \u2013 Was denken Peruaner von der deutschen Sprache?<\/strong><\/p>\n<p>Jeder kennt sie, die Wortwitze \u00fcber andere Sprachen, die auf Klischees \u00fcber deren Klang basieren. So hei\u00dft Sonnenuntergang auf Finnisch >>Hel-sinki<< und der chinesische Verkehrsminister >>Um-lei-tung<<.\nDass es so was aber auch in anderen L\u00e4ndern \u00fcber unsere Sprache gibt, daran hatte ich vorher nie gedacht.\nSo war ich ein wenig perplex, als ich von Adriano (dem Bruder von Geraldine, Gabriela\u2026) gefragt wurde, was Suegra (Schwiegermutter) wirklich auf Deutsch hei\u00dft. Er musste mir dann erst mal den Witz erkl\u00e4ren: F\u00fcr Peruaner klingt unsere wundervolle Sprache etwas rau und abgehackt, nicht zuletzt aber auch, weil sie die sch\u00f6nen weichen laute wie >>ich<< \u00fcberhaupt nicht aussprechen k\u00f6nnen. Aus dem flauschigen \u201ech\u201c wird dann ein CH wie in WaCHtel.\nIm \u00dcbrigen k\u00f6nnen sie auch meinen Namen nicht aussprechen, weil sie wie schon die Franzosen zuvor Probleme mit dem g haben. Ich habe halt einen extrem uninternationalen Namen\u2026\nNun ja, zur\u00fcck zur Schwiegermutter, die hei\u00dft hier n\u00e4mlich auf Deutsch angeblich >> Ach<<.\nAuch die Kombibusse, die ich glaube ich schon im Lima-Eintrag beschrieben hatte, haben wegen dem oft vorhandenen Platzmangel einen \u201edeutschen\u201c Namen: \u201esubenestrujenbajen\u201c (sprich: subenestruCHenbaCHen), in Echtdeutsch \u201eeinsteigen-quetschen-aussteigen\u201c.\nAm meisten Spa\u00df hatte Adriano (und auch der Rest der Familie) aber, als wir von Butter sprachen. Unz\u00e4hlige Male mussten wir den Satz \u201eIch hole Butter\u201c unter dem Gel\u00e4chter der anderen wiederholen, bis wir durch die Nachahmung der anderen \u00fcber den Witz aufgekl\u00e4rt wurden. Das klingt dann n\u00e4mlich ungef\u00e4hr so: \u201eiCH ole Buta.\u201c Das wiederum kommt dem etwas weniger hilfsbereiten und zuvorkommenden Ausdruck \u201eHijo de Puta\u201c gef\u00e4hrlich nahe.\nWenn ihr also in spanischsprachigen L\u00e4ndern nicht Gefahr laufen wollt, jemanden als Hurensohn zu beschimpfen, solltet ihr die Butter besser ohne Kommentar holen \ud83d\ude09\n\n\nxXx*xXx*xXx\n\n\n<strong>Eine Anekdote zum Titikaka-See<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/birgits-blog.net\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/P1060370.jpg\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/birgits-blog.net\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/P1060370-300x225.jpg\" alt=\"\" title=\"unendliche Weiten\" width=\"300\" height=\"225\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-544\" srcset=\"http:\/\/birgits-blog.net\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/P1060370-300x225.jpg 300w, http:\/\/birgits-blog.net\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/P1060370-1024x768.jpg 1024w, http:\/\/birgits-blog.net\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/P1060370.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Ja, der Titikakasee, majest\u00e4tisch und ruhig liegt er da, das tiefe, durch keine Wolke getr\u00fcbte Blau des Himmels spiegelt sich in seiner durch eisigen Wind gekr\u00e4uselten Oberfl\u00e4che und auf den K\u00e4mmen der Wellen glitzert die H\u00f6hensonne. Trotzdem wird seine Sch\u00f6nheit von einer st\u00e4ndigen Diskussion \u00fcberschattet&#8230;<\/p>\n<p>Der gigantische See liegt auf 3810m H\u00f6he, genau auf der peruanisch-bolivianischen Grenze, erstreckt sich \u00fcber 8288km\u00b2 und hat eine K\u00fcstenlinie von Rund 1125km.<br \/>\nAber&#8230; Welchem Land geh\u00f6rt eigentlich wie viel des Sees? Da sich Per\u00fa und Bolivien wegen einiger Kriege sowieso nicht so 100%-ig gr\u00fcn sind, scheint es dort unter den Bev\u00f6lkerungen unterschiedliche Meinungen zu geben. Die Bolivianer behaupten, ihnen geh\u00f6ren 60%, die Peruaner meinen, ihnen stehen mindestens 50% zu. Im Internet steht sogar der westliche mit 4.916 km\u00b2 weit gr\u00f6ssere Teil geh\u00f6re zu Peru, der \u00f6stliche Teil mit 3.372 km\u00b2 zu Bolivien (Wikipedia).<br \/>\nWie dem auch sei, man kann den See jedenfalls auch noch auf eine andere Weise aufteilen. Als wir uns n\u00e4mlich auf unserer Reise in Cusco von dem Jongleur Sebastian verabschiedeten, um uns auf den Weg zu dem grossen Teich zu machen, gab er uns etwas mit auf den Weg: \u201e Und niemals vergessen, Amigas, die peruanische Seite heisst Titi und die bolivianische heisst Kaka!\u201c<br \/>\nSchon witzig, dass diese kleinen, jeweils nur aus einer Silbe bestehenden W\u00f6rtchen mindestens in drei Weltsprachen die selbe Bedeutung haben. Und irgendwie habe ich so das gef\u00fchl, dass die Bolivianer den gleichen Spruch drauf haben.<br \/>\nNun ja, wir waren jedenfalls da und ich muss sagen: Der See wird seinem Namen nicht gerecht. Er ist zwar schon ziemlich beeindruckend, aber hey,  ich habe nicht eins der Dinger gesehen, die der Name verspricht.<br \/>\nWie ich schon im entsprechenden Tagebucheintrag berichtet habe erkl\u00e4rte uns der Gruppenf\u00fchrer dort dann noch, dass die Aussprache eigentlich eher TitiCHaCHa oder TitiCHala entspricht, was auf Quetchua bzw. Aymara so viel wie Pumafelsen bedeutet. Der Name ist also irref\u00fchrend, aber schon witzig, wozu Neckereien unter L\u00e4ndern so f\u00fchren k\u00f6nnen.<br \/>\nAch Leute, am Ende ist es doch eh nur kaltes Wasser&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Geschichten, die das Leben schreibt \u00dcber Schwiegerm\u00fctter, Kombibusse und Butter \u2013 Was denken Peruaner von der deutschen Sprache? Jeder kennt sie, die Wortwitze \u00fcber andere Sprachen, die auf Klischees \u00fcber deren Klang basieren. 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